Soulflower AFE A.F.E. Armed Forces Entertainment Rock the Nation soul flower Maui Band
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Germany Tour 1998: Trip Report

Soulflower - Eine von zehn!

Es gibt kein Bier auf Hawaii,.... oder doch? Klar gibts bier auf Hawaii. Man lebt dort zwar so ziemlich am äuBersten Zipfel unserer schönen Welt, aber noch lange nicht hinterm Mond. Und auBer Palmen, Strand, Meer und Sonne hat dos Archipell neben Bier auch noch einiges anderes zu bieten. Hulaklänge sind was für Touristen, long lebe der Rock'n'Roll! Nun, "Soulflower" sind eine jener wenigen Vertreter, die sich zum Ziel gemacht haben, ihre Art von Rock'n'Roll nicht nur auf die Inselgruppe zu beschränken, sondern ihn hinauszutragen in die restliche Welt. Die Band formierte sich letztes Jahr, nachdem man schon anderweitig einige Erfahrungen gesammelt hatte. Bestehend aus Sascha Bauml (lead vo. / git.), Stevan Holt (git) Cameron Chang (bass) - übrigens der einzige wirkliche Hawaiianer - und John Aitken (drums), erntete man die ersten Lorbeeren bei heimischen Clubgigs mit dem Höhepunkt und der einmaligen Chance als Support der Gruppe "Bush" aufzutreten, welche ihre Welttournee mit einem Konzert auf Maui abschlossen.

Veranstaltet wurde das ganze übrigens von keinem Geringeren als Marek Lieberberg, Deutschlands groBter Konzertpromoter der nebenbei eine Ferienvilla auf Maui unterhält. Ende der Story?! Ganz und gar nicht ... Allen Anscheins nach hat der Auftritt der Seelenblumchen unseren Herrn Konzertveranstalter so schwer beeindruckt, daB er die Band spontan zu einem Auftrilt bei semen beiden Megaevents "Rock am Ring" und "Rock im Park" eingeladen hat. Für alle Vier st es übrigens der erste Besuch auf dem alten Kontinent.

Die dazu gehörende CD für's Reisegepäck ist ouch im Kasten, "One from Ten" betitelt, und vorerst erschienen auf dem Independent Label "Surf Records". Mit en beiden Festivalauftritten in Europa erghofft man sich natürlich im stillen einen weiteren Deal oder zumindest einen vernünftigen Vertrieb für hierzulande. Die Musik von Soulflower definiert deren Frontmann als - Led Zeppelinscher Mainstream mit dem Touch der 9Oer jahre. "Ich habe meist spontan eine dee und versuche sie auf irgendeine Weise festzuhalten, egal ob das Texte oder die Musik selbst betrifft. Dann präsentiere ich das ganze den anderen, und sie geben ihren Senf dazu. Somit trägt jeder sein Schärflein dazu bei, und alles was wir anfassen basiert auf einer demokratischen Grundlage. Ubrigens passiert dos oft rein telefonisch." (Anm. d. Red. Kein Wunder, auf Hawaii sind Ortsgesprache kostenlos)

Soulflower's Musik kann man gut und gerne aös äuBerst eigenwillig bezeichnen. Sei es das exzentrisch angehauchte "Get it on", die treibende Kraft von "SOS" oder die Melancholie von "Angel Eyes". Jeder Track auf dern Album erzählt eien individuelle Geschichte mit dem gewissen Hang zurn Surrealismus. Zugegeben, die Musik von Soulflower ist gewöhnungsbe dürftig und weiBt ungewöhnliche Facetten auf. Es handelt sich dabei urn Melodien, die mit Sicherheit den mainstreamigen Melodierock als Ausgangspunkt beinhalten, dann aber in, zum Teil abstrackte Klangformen abdriften ohne aber übertrieben alternativ zu klingen. Im Gegenteil, die eine oder andere Melodie bleibt einem sofort in Ohr hängen, so sehr, daB man in der Lage ist, sie von der einen auf die andere Minute nachzusingen. Schade ist nur, daB der einzige Song mit wirklichem Hitpotential "I Robot" noch nicht auf Soulflowers Debut enthalten ist. Aber zumindest live ist er ein fester Bestandteii des Sets. Ansonsten sind die Erwartungen seitens der Band nicht übertrieben. Man freut sich, die Moglichkeit bekommen zu haben, auf den Festivals in Deutschland aufzutreten und wird versuchen noch einige Clubgigs auf die Beine zu stellen.

Gitarrist Stevan Holt, der eigentiiche Kopf der Gruppe dazu: "Wir schreiben jeden Tag neue Songs, wir wollen beweisen, daB wir Bestand haben, auch auBerhalb von Hawaii. Wir möchten, daB die Leute sagen, wir wollen mehr von dieser Band hören und wir wollen mehr kaufen. Unser Ziel ist es, ausschlieBlich von der Musik leben zu können und nichts anderes mehr tun zu müssen. Für diese Akzeptanz werden wir kämpfen, und die Zeit wird zeigen, ob es sich lohnt" - Und lohnen sollte sich das Ganze nun mol schon, nicht zuletzt deswegen, daB es sich bei dem Weh Hawaii - Deutschland nicht gerade um einen Spaziergang um die Ecke handelt. Geben wir ihnen also eine Chance sich zu behaupten irn Dschungel des Rock'n'Roll Zirkus zu beweisen, daB Hawaii gleich nebenan ist, ouch wenn's, wie eingangs erwähnt, am äuBersten Zipfel der Welt hängt, oder hätte ich "baumlt" sagen sollen?

Eva Bubek-Louis